Wieder Zuhause!

Von Bangkok flogen wir mit Air India und einer Zwischenlandung in Neu Dehli zurück nach Frankfurt. Zurück ins Heimatland, ein Begriff, der nun, wo wir so lange in fremden Kulturen unterwegs waren, mit Inhalt gefüllt wurde. Dank Monitoren im Vordersitz mit vielen, vielen Filmen verging die Zeit „wie im Flug“. Als wir in Deutschland gelandet waren, waren wir froh, dass es nicht bitterkalt draußen war. Richtige Winterklamotten hatten wir nämlich nicht im Gepäck. Ziemlich geschafft kamen wir bei Julia und Frank in Mainz (Vielen Dank für das Asyl!) an, wo wir die ersten beiden Nächte verbrachten. Wieder in einer richtigen Wohnung angekommen, freuten wir uns über Kleinigkeiten wie warmes Wasser am Waschbecken, saubere Klos und den Wasserkocher. Und die Dusche erst! Am nächsten Morgen ging Christina ersteinmal zum Frisör, um sich ihren vergrützten Schnitt und die herausgewachsenen Strähnchen wieder in Ordnung bringen zu lassen. Wir wollten ja niemanden verschrecken. Dann startete unser „Überraschungsfeldzug“, denn niemand wusste von unserer Heimkehr. Uli überraschte seine ehemaligen Arbeitskolleginnen in Wiesbaden und Christina in Mainz. Die Wiedersehensfreude war sehr groß und es bereitete uns sehr viel Spaß, die verdutzten Gesichter zu sehen. Nach der langen, abendlichen Fotosession mit Frank und Julia fuhren wir am nächsten Morgen mit der Bahn bis in unser Heimatstädtchen, wo wir schon vor 7 Monaten unser großes Abenteuer begonnen hatten. Die gut 3-stündige Fahrt dorthin, die uns früher immer wie eine Ewigkeit vorkam, war jetzt ein Katzensprung. Genauso hat sich unsere Beziehung zu den Zug-Toiletten verschoben: man kann dort ja fast vom Fußboden essen! Als erstes überraschten wir Christinas Eltern, die wirklich baff und voller Freude und Glück waren, als wir plötzlich vor ihrer Haustür standen. Christinas Papa hat für gefühlte 30 Sekunden kein Wort herausgebracht und sah eher so aus, als wollten seine Beine versagen. Auch der Rest der Familie freute sich immens über unsere Rückkehr. Am Nachmittag fuhren wir zu Ulis Eltern, die uns erst für „Klingelmänchen“ hielten. Als Ulis Mama um die Ecke schlinste und plötzlich Christina erkannte, war die Überraschung perfekt. Es ist ein tolles Gefühl wieder Zuhause zu sein!
Unser erster Eindruck von Deutschland war überraschend positiv ausgefallen. Dachten wir früher doch immer, dass die Menschen in Deutschland häufig grummelig sind, so wurde die Freundlichkeit der Menschen hier fast zum Kulturschock. Die Preise, z.B. für Lebensmittel, sind – im Verhältnis dazu was die Menschen hier verdienen – sehr niedrig. Wir werden uns wohl so schnell nicht mehr über „zu teuer“ beschweren. Nun wohnen wir schon ein paar Tage bei unseren Eltern und am meisten vermissen wir das baumreife, richtig leckere Obst, die kleinen und großen Abenteuer und die spektakulären Landschaften Lateinamerikas. Am wenigsten vermissen wir die finanzielle Knappheit, die vielen Stunden im Bus, die Suche nach vernünftigen Unterkünften und die Nächte in schlechten Betten. Genießen tun wir die Unbeschwertheit, mit der man hier in Deutschland leben kann. Man kann das Wasser aus der Leitung trinken, hat nicht ständig das Gefühl, dass überall Wurmeier kleben könnten, kann eine Orange auch mal schälen, ohne sie vorher mit Seife gewaschen zu haben. Noch ungewohnt für uns ist der geregelte Alltag.
Nun fangen wir an, in die Zukunft zu blicken. Wir freuen uns darauf, alle Freunde wieder zu sehen, eine schöne Wohnung und neue berufliche Herausforderungen.
Wir danken unseren Sponsoren für die Unterstützung. Wir danken allen, die mit uns  unserer Reise entgegengefiebert und uns bei der Planung und ideell und mit Rat und Tat unterstützt haben. Wir danken allen, die unsere Reise verfolgt und fleißig lustige und aufbauende Kommentare geschrieben haben. Und wir danken unseren Familien, deren Nerven in dieser Zeit sicherlich übermäßig strapaziert wurden und die uns für die Übergangszeit ein gemütliches zu Hause geben.

1 Hochzeitsreise
—3 Kontinente
——7 Monate
——–10 Länder
———-12 höchste Windstärke
————13kg Gewichtsverlust Uli
————–14 Nachtbusfahrten
—————–32h längste Busfahrt
——————-33kg Gepäck
———————74 Unterkünfte
———————–81 Blogartikel
————————-219 Tage on Tour
—————————500 Blog-Kommentare
——————————4900m höchste Übernachtung
——————————–5400m höchster Punkt
———————————-12.000 Fotos
————————————-25.000 km in öffentlichen Verkehrsmitteln
—————————————-42.000 km im Flugzeug
——————————————–80.000 Clicks im Blog
————————————————-unendlich viele Eindrücke

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6 Gedanken zu „Wieder Zuhause!

    • willkommen ! schön euch wohlbehalten zurück zu wissen 😉
      eine gute zeit beim eingewöhnen in der zivilisation…….
      herzlichen gruß zu euch
      inga

  1. Herzlich Willkommen Zurück. 😀
    Schön euch wieder wohlbehalten zurück zu wissen.
    Schade das ich nicht mehr in der Schule bin, die Gesichter hätte ich gerne gesehen! 😉

    Gewöhnt euch gut ein in eurem Übergangsheim.

    LG Tanja

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