Im Regenwald am Meer

Von Tortuguero, was sich an der nördlichen Karibikküste befindet, sind wir mit dem Bus und x-Mal umsteigen  nach Cahuita gefahren, was sich an der südlichen Karibikküste Costa Ricas befindet. Im Gegensatz zu den anderen Orten war hier alles sehr weitläufig, die Häuser standen alle recht weit auseinander. Hier laufen viele Rasta-Menschen rum, es riecht hin und wieder nach Gras und die Bars sind häufig in Jamaika-Farben gestrichen. Die Leute sind hier alle ziemlich entspannt und die Atmosphäre an der Karibikküste unterscheidet sich tatsächlich vom Rest des Landes. Unsere Wanderung im Cahuita Nationalpark war auf jeden Fall wieder ein Highlight von Costa Rica. Wir haben hier eine kleine Wanderung auf einem Pfad direkt am Meer unternommen. Das tolle ist, dass der Regenwald hier direkt ans Meer (ohne Strand dazwischen) grenzt. So konnten wir unter Bäumen durch den Wald laufen, während wir den Wind vom Meer her und die tolle Aussicht genießen konnten. Hier konnten wir auch wieder Kapuziner-Affen beobachten und haben eine gaaanz große Muschel gefunden (s. Foto). Der dem Nationalpark zugehörige Strand war nach Tortuguero eher enttäuschend. Es stank nach irgendwelchen verfaulenden Früchten, die von den Bäumen auf den Strand fielen, und im Wasser schwammen viele Blätter, Äste und Algen usw. Am darauffolgenden Tag sind wir noch an einen Strand weiter südlich gefahren, der wieder recht nett war. Hier haben wir den ganzen Tag gefaulenzt. Wir hatten auch Glück, dass sich in den Bäumen direkt hinter uns zwei Brüllaffen-Gruppen angefeindet haben. So konnten wir sie eine ganze Weile aus nächster Nähe beobachten. Brüllaffe machen einen schrecklichen Lärm, sind allerdings gar nicht so groß. Nach 3 Tagen in Cahuita haben wir beschlossen, dass wir nun herausfinden wollen, ob Panama wirklich so schön ist wie Janosch verspricht.

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Karibikgeschichten

Nachdem wir einige Zeit gebraucht hatten, um unsere Reise an die Karibikküste zu planen, sind wir per Shuttle-Bus an einer kleinen Bootsanlegerstelle mitten im Nirgendwo angekommen. Ein Boot brachte uns dann nach Tortuguero an der Karibikküste. Dieser Ort ist von undurchdringbarem Urwald oder von Meer umgeben und daher nur per Boot über einen Fluss zu erreichen. Wir fuhren entlang kleiner und großer Kanäle mitten durch den Dschungel. Wir konnten einige interessante Vögel sehen und begegneten unserem ersten Krokodil. Es lag, völlig unbeeindruckt von unserer Anwesenheit, auf einer kleinen Sandinsel am Flussufer und tankte Sonne. Mit einer Größe von schätzungsweise 3,5 Metern war es allerdings eher klein. Auch die Vegetation war wieder sehr interessant und schön, da sie für uns so fremd und exotisch ist. Wie im Bilderbuch-Dschungel. Allein diese Fahrt war ein beeindruckendes Erlebnis. Nachdem wir in Tortuguero angekommen waren, bezogen wir zuerst unser Hostelzimmer, versuchten die Ameisen im Bett loszuwerden und gingen anschließend in einem hübschen Restaurant (mit super Reggae Musik) eine große und sehr leckere Portion Fisch verputzen. Für den Abend hatten wir eine Schildkrötentour mit einem Guide gebucht. Bei völliger Dunkelheit und nur im Licht unserer Taschenlampen gingen wir gemeinsam zu einem Treffpunkt im Nationalpark, der sich in der Nähe des Strandes befand. Am Treffpunkt wurde der Guide von einem Mitarbeiter des Nationalparks gecheckt (Lizenzen usw.). Es sollte nicht die letzte Kontrolle in dieser Nacht sein und übrigens tragen die Schildkrötenranger auch Pistolen. Sicher ist sicher! Wir bekamen ein Tier zugewiesen und gingen nur mit einer kleinen Rotlichtlampe an den Strand. Erst nachdem das Tier mit der Eiablage begonnen hatte, konnten wir uns der Schildkröte nähern, da sie dann in eine Art Trance fällt. Wird die Schildkröte vorher gestört verlässt sie den Strand sofort wieder. Die grüne Meeresschildkröte war wesentlich größer als erwartet (sie werden bis zu 150kg schwer), genauso wie das Loch was sie gegraben hatte. Im Schein der Rotlichtlampe sahen wir, wie das Tier seine Eier ablegte. Nachdem sie fertig war buddelte sie das Loch wieder zu und kämpfte sich den langen Weg zurück ins Wasser. Eine wirklich tolle und einzigartige, wenn auch nicht ganz billige Erfahrung! Fotokameras dürfen übrigens nicht mit auf die Tour ;0)
Am nächsten Tag haben wir eine langen Strandwanderung unternommen. Das Ziel der Wanderung war die Mündungsstelle des Flusses (oder eher des Lagunensystems), der Tortuguero teilweise umgibt ins Meer. Abgesehen davon, dass der Sand hier recht dunkel ist, ist der Strand wie aus dem Bilderbuch mit Kokospalmen sowie warmen und wildem Wasser. Da die Leute nicht zum Strandurlaub machen nach Tortuguero kommen, hatten wir den Strand fast für uns allein. Das Schwimmen ist wegen der extrem starken und gefährlichen Strömung  nicht empfohlen. Baden vorne in Strandnähe ist aber in Ordnung und heute haben wir viel Zeit damit verbracht, wie kleine Kinder in den großen Wellen zu toben! Super! Uli hat allerdings immer nach dem Baden Hunger auf „Schwimmbad-Pommes mit Mayo“ die er dann auch am Abend mit frittiertem Hühnchen bekam. Generell ist es hier in Tortuguero sehr teuer, so dass es fast jeden Tag Hähnchen, Bohnen und Reis gibt. Das scheinen hier so die billigsten Lebensmittel zu sein. Auf sonstige Annehmlichkeiten wie Nachtisch oder Eis verzichten wir. Das ist hier also eine Schlankheits-Kur. Ein bisschen frustrierend ist es auch, dass auf die Preise immer noch gut was drauf geschlagen wird, weil wir Touristen sind (das ist aber im ganzen Land und wohl dann auch während der ganzen Reise so). Besonders gerade deshalb, weil man als Rucksack-Reisender im Gegensatz zum 4-Sterne-Hotelanlagen-Tourist ja auch einige Unanehmlichkeiten auf sich nimmt, um Land und Leute kennenlernen zu können. Wir haben uns mittlerweile angewöhnt vorher zu fragen und auszurechnen, was was kostet, sonst gibt es schnell böse Überraschungen. Die ganzen unbekannten Tiere, die hier zu kreuchen und fleuchen, sind uns auch noch ein bisschen unheimlich. Unter den Häusern, die übrigens wegen der heftigen Regenfälle auf Stelzen stehen, wohnen z.B. riesengroße Landkrabben in Erdlöchern. Wenn es mal irgendwo raschelt, erschreckt man sich gleich und man schaut ständig, wo man hintritt. Unsere Unterkunft haben wir dann auch nochmal gewechselt, so dass wir in einem Hotel ganz nah am Meer waren, und wir hatten sogar einen Balkon und Meerblick. Der Besitzer hat uns netterweise  das Zimmer zum gleichen Preis gelassen wie die anderen Zimmer, weil er gemerkt hat, dass wir die 5 Dollar mehr nicht ausgeben wollten.  Darüber haben wir uns sehr gefreut. Das heißt wir konnten mit Meeresrauschen einschlafen. Toll. Mit unserem Guide haben wir dann auch noch eine Kanutour durch das Kanalsystem rund um Tortuguero gemacht. Man konnte ganz nah an die Vegetation am Ufer heranfahren. Wir haben wieder einige Tiere gesehen wie Kaimane, Basilisken, Reiher, Eisvögel, Brüll- und Klammeraffen.  Bei einer Wanderung durch den Dschungel begegneten uns zum ersten Mal auch giftige Schlangen. Christina war davon nicht so begeistert…

Wie können sich die Menschen hier das leisten?

Vor einer Reise stellt man sich ja immer die Frage, was man mitnimmt und was man zu Hause lässt. Dann sagt man sich ja immer: Wir können ja alles noch dort kaufen,  und da ist es ja auch noch billiger. In Costa Rica ist das allerdings nicht der Fall. Es ist alles arschteuer und wir fragen uns, wie die Leute sich das leisten können. So haben wir eben die billigste Flasche Shampoo, keine Marke die wir kennen, 400 ml, in einem recht großen Supermarkt für umgerechnet 4,90 Dollar gekauft. Das sind keine Touristenpreise, wir haben Kattya, die Couchsurferin, schon gefragt ob das normal ist. Es gibt auch keinen Drogeriemarkt oder so, wo man die Pflegeprodukte billiger bekommen würde. Will man eine Flasche Markenshampoo (wie Head and Shoulders) haben, dann muss man über 9 Dollar dafür locker machen.  Duschgel gibt es nur in großen Supermärkten (man wäscht sich hier wohl noch mit Seifenstücken), da kostet dann die 250 ml Flasche umgerechnet 2,50 Dollar. Auch Joghurt ist unglaublich teuer. Ein stinknormaler Joghurt einer costaricanischen Firma (war der billigste, den wir finden konnten) kostet fast 1 Dollar. Es handelt sich hierbei nicht um ein 4er Pack! Und eine Marktlücke haben wir auch schon gefunden. Es gibt hier keine Blasenpflaster. Vielleicht sollten wir hier einen Blasenpflaster-Vertrieb eröffnen?

Couchsurfen am Vulkan Arenal

Auf dem Weg von Liberia nach La Fortuna haben wir einen  Zwischenstopp in Tilaran gemacht. Tilaran ist ein wirklich hübsches und beschauliches Örtchen in der Nähe des Arenal-Sees (Anna, der See soll eines der besten Windsurfing-Orte der Welt sein). Der Klimawechsel war auch sehr angenehm, da es in Liberia wirklich heiß und schwül war. Für die eine Nacht hatten wir uns mal ein besseres Hotel gegönnt. Am Dienstag sind wir dann in La Fortuna am Vulkan Arenal angekommen.  Hier waren wir mit einem Couchsurfer verabredet, der uns Unterschlupf für die Nacht zugesagt hatte. Überraschenderweise wohnt er in einer Jugendherberge, wo er uns ein Zimmer für die Nacht besorgt hat. Dies und seine ganzen Informationen über den Ort waren natürlich sehr hilfreich (und da er Tour Guide ist haben wir natürlich noch über mögliche Ausflüge bei ihm gesprochen ;-)), doch leider war das Hostelzimmer widerlich (Achtung Nicole: Die nächsten 3 Sätze überspringen).  Alles war verschimmelt, im Bad roch es nach altem Pipi, es war laut, Waschbecken und Bettzeug versifft (der Boden war allerdings recht sauber, wie das hier in Costa Rica so ist). Irgendwie wirkte es auf den ersten Blick gar nicht so schlimm, deswegen haben wir gesagt wir bleiben dort. Abends bereuten wir es schrecklich und Christina konnte vor lauter Unwohlfühlen nicht einschlafen. Da wir uns ja nicht so leicht verschrecken lassen, waren wir für den nächsten Tag mit der nächsten Couchsurferin verabredet. Mit Kattya hatten wir richtig Glück: Sie ist war super freundlich und hilfsbereit, wir konnten sogar Wäsche bei ihr Waschen, haben eine leckere gratis Mahlzeit in ihrem Sushi-Restaurant bekommen und sie hat sogar ihr Bett für uns frisch bezogen und geräumt.  Dementsprechend gut war dann auch die Nacht und wir konnten uns vom vorherigen Schrecken erholen.  Der Ort La Fortuna selbst ist nicht gerade schön, er wirkt irgendwie lieblos. Außerdem ist es hier viel touristischer als in den anderen Orten, an denen wir waren.  Hier liest und hört man viel Englisch (oder besser Amerikanisch) und es reiht sich ein Hotel an das andere. Wir haben auch zwei tolle Ausflüge gemacht.  Mittwoch sind wir zu einem Wasserfall mit Lagune im Dschungel gewandert. Dort konnten wir wieder schön baden und den Wasserfall bewundern. Leider waren auch viel mehr Touristen dort. Das ist irgendwie nicht unser Ding. Heute waren wir im Nationalpark Volcan Arenal, wo wir durch Urwald zu einem Lavafeld von 1992 gewandert sind. Wie immer war es im Dschungel sehr spannend und wir hatten einen guten Blick auf den Vulkan. Leider haben wir erst nachdem wir hier angekommen waren erfahren, dass der Vulkan  in den letzten 2 Jahren viel weniger aktiv ist, so dass keine Lavaströme oder Rauch zu sehen ist.  Die Nachwanderung mit Sicht auf leuchtende Lavaströme, auf die wir uns gefreut hatten, fiel also aus.  Heute schlafen wir wieder in einem ganz netten kleinen Hotel. Die sind hier ja immer sozusagen mit Familienanschluss. So kam es, dass wir in den Hinterhof gehen mussten, um nach einem Zimmer zu fragen. Die „Rezeption“ zur Straße war natürlich nicht besetzt. Der junge Herr vom Hotel kam also aus dem Wohnzimmer, als er uns sah. Anscheinend war er gerade dabei seine Pistole zu putzen. Er hielt es auch nicht für nötig, sie vorher wegzulegen, so dass er uns mit auseinandergebauter Pistole in der Hand empfing. Wir waren beide sehr irritiert haben versucht nicht mit offenem Mund auf die Waffe zu starren, so dass wir es dann doch  geschafft auf Spanisch nach einem Zimmer zu fragen.  Für ihn schien das ganz normal zu sein. Er ist halt auch an US-Touristen gewöhnt (die machen in CR über 70% aus), die er damit nicht so sehr beeindrucken kann… Für unser Spanisch haben wir übrigens schon viel Lob bekommen, vor allem für die Aussprache. Die Leute scheinen sich auch zu freuen, dass man versucht, ihre Sprache zu sprechen.

Duschungel und Vulkane

In der Nähe von Liberia gibt es einen Nationalpark namens Rincon de la Vieja. Wir haben uns früh morgens zusammen mit Annemie aus Belgien auf den Weg gemacht, um dort wandern zu gehen. Der Transfer (mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man da nicht hin) kosteten uns 20 Dollar pro Person (Hin- und Rückweg), das Geld hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Zunächst führte uns die Wanderung durch tropischen Urwald, wo wir Gekkos/Leguane (?), eine kleine Schlange, viele Schmetterlinge (grooooß und blau oder knallgelb) und Vögel begegneten. Allerdings braucht man viel Geduld, wenn man diese Tiere sehen will und man muss sehr leise sein. Auch die Pflanzen und Bäume waren wieder sehr faszinierend und ganz anders als am Vulkan Barva (wahrscheinlich weil wir hier deutlich niedriger waren).  Dann erreichten wir eine wunderschöne Lagune mit Wasserfall mitten im Dschungel – atemberaubend: eine Kulisse wie im Film und einer der schönsten Orte wo wir je waren. Das Beste war, dass wir drei dort wieder allein waren, weil die anderen Wandergruppen schneller durch den Dschungel gerannt sind. Das Baden dort war eine herrliche Erfrischung  in der schwülen Tropenhitze. Auch die von Outdoorworks gesponsorte Funktionsbekleidung hat wunderbare Dienste geleistet (s. Foto Tina am Baum). Während wir anschließend durch vulkanisch aktives Gebiet mit Fumarolen, kochenden Matschtümpeln und Schwefelgeruch gelaufen sind, kam ein weiteres Highlight: Wir haben Affen gesehen! Zunächst sahen wir in den Baumwipfeln Brüllaffen, sie waren nur leider ziemlich weit oben. Wir waren trotzdem schon total aus dem Häuschen. Einige Hundert Meter weiter trafen wir dann auf eine ganze Horde Kapuzineraffen, die sich in der Nähe des Wegs aufhielt.  Wir konnten sie so ganz aus der Nähe beobachten. Nasenbären haben wir auch noch gesehen. Da wir ziemlich viel Zeit beim Tiere beobachten verloren hatten, mussten wir uns zwischendrin immer wieder ziemlich sputen, um rechtzeitig wieder am Treffpunkt zu sein. Am Ende des Tages waren wir völlig geschafft von der Hitze und den unwegsamen Pfaden durch den Dschungel, aber voll mit atemberaubenden Erinnerungen.

Zum ersten Mal im Regenwald oder Ein Hund für einen Tag

Da man den Nationalpark Braulio Carrillo (s. Karte) mit dem Vulkan Barva (2906 m) gut von Heredia aus erreichen kann, sind wir am Mittwoch früh aufgestanden, um mit dem Bus so weit wie möglich an den Nationalpark heranzufahren. Für umgerechnet knapp 1 Dollar ging es dann mit einem alten Bluebird-Bus eine knappe Stunde lang auf wirklich Steilen Straßen bergauf. Die letzte Haltestelle befand sich etwa 9 km vor dem Nationalparkeingang, so dass wir uns erstmal bemühen mussten, um dorthin zu kommen. Gleich am Anfang der Strecke traf uns ein (sehr niedlicher) Hund, den wir weder streichelten noch fütterten, obwohl er wirklich penetrant bettelte. Aber er mochte uns trotzdem und lief den ganzen steilen Weg mit uns bis zum Parkeingang. Wir gerieten so manches Mal in unangenehme Situation, weil plötzlich immer wieder mehrere sich streitende Hunde um uns herumsprangen und unser unfreiwilliger Freund immer meinte, sich vor den großen Hunden hinter uns verstecken zu müssen. Am Nationalpark-Eingang hat ihn der Ranger dann angebunden, so dass wir ihn auf dem Rückweg wieder mitnehmen konnten (oder eher sollten). Schon der Weg bis zum Nationalpark war wunderschön und wir hatten einen tollen Blick auf das Valle Central mit Heredia und San Jose. Im Nationalpark wanderten wir auf einem schmalen Weg durch den Regenwald. Wir waren also ganz nah dran an den großen, majestätischen Bäumen, die mit Orchideen und anderen Pflanzen bewachsen waren. Wir waren überwältigt von der Tatsache, dass wir da waren wo wir waren. Bis vor ein paar Jahren war der Regenwald ein unerreichbares Stück Natur, was wir wohl nie zu sehen bekommen würden. Es gab so viele Pflanzen auf engstem Raum, dass wir gar nicht wussten wo wir hingucken sollten. Die Luft war frisch und feucht, manchmal hat es leicht geregnet (oder es waren die Wolken). Am Ende des Weges erreichten wir den Krater, der heute eine Lagune mit grün bewachsenem Ufer ist. Hier gab es einige Vögel, darunter auch drei verschiedene Kolibri-Arten. Von den Affen, die es im Park geben soll, haben wir leider nichts gesehen. Dafür waren die Bäume wohl zu dicht und hoch und unsere Augen zu ungeschult. Generell haben wir uns gewundert, dass wir relativ wenig Tiere gesehen haben. Vielleicht lag es an der lärmenden, aber zum Glück einzigen Touristengruppe, die uns über den Weg gelaufen ist. Dass wir den Wald für uns allein hatten war das i-Tüpfelchen dieses wunderschönen Tages.

Ankommen dauert länger als einen Tag!

Heute haben wir mehr Muse euch von unseren ersten beiden Tagen zu berichten. Wir sind zwar noch Jet Lag-geplagt, so dass wir aus Versehen heute morgen um 4.30 aufgestanden sind (wir hatten keine Uhr die richtig geht), aber nicht mehr so kaputt. Zunächst einmal haben wir schon festgestellt, dass wir unser Reisegepäck sorgfältig ausgwählt haben. Irgendwie haben wir schon alles gebraucht. Die von Unterwegs.biz gesponserten Nalgene-Flaschen haben wir sowohl zum Trinken, Wasser sterilisieren (mit Steripen) und Waschen (um heißes Wasser aus der Dusche ins Waschbecken zu schütten) gebraucht. Anschließend konnten wir die nassen Sachen auf die ebenfalls von Unterwegs.biz gesponserten Wäscheleine auf den Balkon in den costaricanischen Wind hängen, ohne dass sie runterfallen kann (also Wäscheklammer-los). Spitze! Jaa, und Wind gibt es hier zeitweise wirklich viel, da muss man sich schon ein bisschen warm anziehen. Das macht das ganze Klima aber sehr angenehm. Es ist nie zu heiß, häufig wolkig und es weht eben ein laues bis heftiges Lüftchen. Mittlerweile konnten wir auch herausfinden, was das wilde Hupen auf Costa Ricas Straßen zu bedeuten hat: Statt vorsichtig an eine Kreuzung heranzufahren, wird lieber nicht gebremst und dafür gehupt. Wenn einer hupt gilt wohl  „Rechts-vor-Links“, wenn kein anderen hupt kann man einfach fahren (Kannst du das bestätigen, Steve?). Für uns als deutsche Fußgänger ist das Alles seeehr schwierig, so dass wir einfach dazu übergangen sind mit Einheimischen die Straßenseite zu wechseln. Wir allein würden wohl nie rüberkommen. Ist nur blöd, wenn gerade kein Costa Ricaner in der Nähe ist. Dann heißt es aufmerksam den Verkehr beobachten und warten, bis sich eine Lücke auftut oder ein Costa Ricaner auch über die Straße will. Die Abgase und Lautstärke der Fahrzeuge aller Art sind für unsere Nasen und Köpfe auch sehr ungewohnt. Wir würden mal behaupten, dass die größte Kreuzung Deutschlands immer noch leiser und frischluftiger ist als eine Kreuzung hier im Zentrum Heredias (mit ca. 11000 Einwohnern). Weiterlesen

Wir sind gut angekommen!

Nach 24stündiger Reise sind wir endlich in unserem Hotel in Heredia angekommen. Unser erster Eindruck: Das Hotel ist ganz nett und sauber, die Menschen hupen viel und die Luft ist schlecht, das Wetter ist schön und das Klima angenehm (zumindest heute Vormittag), die Kaffeeportionen sind groß und wir sind suuuuper müde! Gleich werden wir uns eine Handykarte besorgen, Wasser kaufen und Ausschau nach einem Waschsalon halten.