Bei den Efelanten

In Chiang Mai haben wir auch versucht ein Visum für China zu bekommen, was daran scheiterte, dass wir hätten 4 Tage darauf warten müssen und auch noch einen Flug und ein Hotel buchen müssen, was wir natürlich nicht hatten als wir an der Botschaft aufkreuzten. Dumm gelaufen, das hatten wir uns einfacher vorgestellt. Abends hatte Christina dann noch eine medizinische Massage gebucht, damit sich mal jemand um die verspannten Muskeln an ihrem Rücken kümmert, die vom Rucksack tragen noch besonders strapaziert sind. Die Masseurin hat sich sehr viel Mühe gegeben und gute Arbeit geleistet, doch leider hatte niemand Christina vorgewarnt, dass die komische chinesische Saugnapf-Vakuum-Technik furchtbare, extreme blaue Flecken und schmerzende Muskeln hinterlässt. Während der Behandlung wurden ihr kleine Schüsseln auf die verspannten Muskeln aufgelegt und dann ein Vakuum angelegt, woraufhin es Mega-„Knutschflecke“ auf der Haut gab. Die Masseurin versicherte ihr, dass das ganz toll hilft. Christina ist da ja nicht so zimperlich und hat sie mal machen lassen, doch als wir danach im Hotelzimmer das Ergebnis betrachteten, waren wir doch sehr bestürzt (Fotos werden zum Schutz der stets besorgten Eltern nicht publiziert). Zum Glück hatten wir keine Pläne Richtung Strand zu fahren und die Masseurin Christina schon genug Paracetamol mitgegeben, um die Elefanten-Tour am nächsten Tag unbehindert mitmachen zu können. Außerdem wurde ihr  versichert, dass die blauen Flecken innerhalb von 2 Wochen verschwunden sein werden – ich war zu diesem Zeitpunkt eher skeptisch, ob sie überhaupt jemals wieder weggehen (nur zu eurer Beruhigung: ja, sie verblassen und jetzt, 1 Woche später, tun die gesaugten Muskeln auch fast nicht mehr weh; ob es besser ist als vorher ist noch nicht sicher). Diese Massage legen wir mal  unter „kulturelle Erfahrung der besonderen Art“ ab.
Am nächsten Morgen sind wir voller Vorfreude aufgestanden, da wir einen Ausflug in den „Elephant Nature Park“ (62 Euro pro Person) gebucht haben. Wir haben uns für diesen Park entschieden, da die Elefanten hier weder beritten werden noch nervige Kunststückchen vorführen müssen. Wir wurden am Hotel abgeholt und im Minivan ins 1,5 h entfernte Camp gefahren. Im Park befinden sich zurzeit 34 Elefanten, die verletzt sind oder waren oder in der Vergangenheit misshandelt wurden (s. dazu die neue Seite „Herzensangelegenheit“).  Im Camp werden sie mit Nahrung, Liebe und natürlich auch medizinisch versorgt und  können so ein friedliches Leben führen. Sie haben sich wie in der freien Natur zu „Familienverbänden“ zusammengeschlossen. In einer Gruppe von etwa 10 Personen wurden wir von unserem Guide über das große Gelände geführt und konnten die Tiere füttern, waschen, streicheln und natürlich viele Fotos von ihnen machen. Anfangs waren wir noch sehr zögerlich und etwas unsicher, als sich die riesengroßen Tiere auf uns zubewegten. Wir merkten aber schnell, dass sie an Menschen gewöhnt sind und uns nicht einfach über den Haufen rennen. Die Hemmungen fielen angesichts der tollen Erfahrung einem Elefanten so nah sein zu können schnell und wir streichelten, fütterten und fotografierten wie wild. Elefanten-Haut ist übrigens warm und fühlt sich durch die Falten und „Borsten“ rau und robust an. Da Christina keine Allergie gegen Elefanten hat, haben wir schon überlegt einen mit nach Hause zu nehmen 😉 (Ulis Eltern haben noch Platz im großen Garten). Ein besonderes Highlight war der kleine Babyelefant (erst 2,5 Monate alt), der momentan noch mit seiner Mutter in einem speziellen Gehege lebt. Er wirkte noch sehr tollpatschig, zufrieden und ist wirklich sehr niedlich. Überwältigt und müde von den vielen neuen Eindrücken fuhren wir abends wieder zurück nach Chiang Mai und waren uns einig darüber, wie wichtig die Aufklärungsarbeit und Pflege der Elefantenschützer Thailands ist.

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Sweet, salty and spicy

Von Sukhothai fuhren wir nach Chiang Mai, wo wir am späten Nachmittag ankamen. Wir haben im Chiang Mai Inn Guesthouse ein gar nicht so übles Zimmer für 5 Euro bekommen. Nach der äußerst unruhigen Nacht wussten wir allerdings, dass wir im Party-Backpacker-Hostel gelandet waren und haben uns am nächsten Tag etwas Ruhigeres gesucht. Chiang Mai ist ein sehr touristischer Ort. Im Zentrum ist jedes zweite Gebäude ein Gasthaus, Café, Restaurant, Tourbüro oder Tatoo-Studio. Für Touristen gibt es also unzählige Angebote, aber mit Authentizität hat das Ganze wenig zu tun. Nachdem wir uns einen Tag Zeit genommen haben Chiang Mai zu Fuß zu erkunden, haben wir für den Folgetag einen Thai-Kochkurs gebucht. Wir wurden morgens am Hotel abgeholt und sind zunächst auf einen Markt gefahren, wo uns unsere Kochlehrerin einiges zu den typisch thailändischen Lebensmitteln erzählt hat. Anschließend fuhren wir zu einer Öko-Farm außerhalb der Stadt, wo sich Koch-Räume mit Woks befinden und das für den Kurs benötigte Obst und Gemüse angebaut wird. Hier wurden wir auch durch den Garten geführt und haben Einiges über thailändische Gewürze und Kochzutaten gelernt. Insgesamt kochten wir an diesem Tag 5 Gerichte, die wir aus einem Angebot von verschiedenen Gerichten auswählen konnten. Wir haben zum Beispiel gelbe Curry-Paste gemacht, Grundlage für das gleichnamige Gericht mit Kokosmilch, Gemüse und Hühnchen-Fleisch. Am besten hat uns Hähnchen mit Gemüse und Cashew-Nüssen geschmeckt, und zum Nachtisch gab es den so genannten „Mango sticky rice“, also Klebreis mit Palmzucker und Kokosmilch mit frischer Mango. Superlecker! Zum Glück sind uns alle Gerichte gelungen, doch die Frühlingsrollen, die wir zuletzt gekocht haben, konnten wir beim besten Willen nicht mehr essen. Wir waren dermaßen vollgefuttert, dass sich unser Abendessen auf einen Obst-Shake beschränkte. Am dritten Tag in Chian Mai fuhren wir zu einem Tempel in den Bergen in der Nähe von Chiang Mai, von wo man eine gute aber unspektakuläre Aussicht auf Chiang Mai hat. Da in Thailand ein Feiertag war, haben auch viel Thailänder den Ausflug zu diesem Tempel unternommen und es war sehr voll. Dennoch hat sich die kurvenreiche Fahrt mit einem der „roten Sammeltaxis“ gelohnt. Der Tempel war wieder – für unseren Geschmack – sehr kitschig und mit viel Gold verziert. Durch den fehlenden Smog (im Vergleich zu Bangkok) und den dadurch blauen Himmel wirkte der Tempel aber viel schöner und glänzte ganz toll  in der Sonne. Die vielen Thai-Touristen die zum Tempel gekommen waren steckten Räucherstäbchen an, beteten und legten Blumen vor den Buddha-Statuen nieder. Auch viele buddhistische Mönche waren zum Tempel gekommen. Unterhalb des „Wats“ verkauften viele Frauen aus den Bergdörfern ihren in Massenproduktion hergestellten Schmuck und Armbänder. Außerdem gab es eine ganze Menge Stände mit Essen, wo gegrillter Mais, Fleischspieße und frischer Saft verkauft wurde. In Chiang Mai haben wir den Nachmittag mit Erledigungen verbracht, so haben wir z.B. Dollar besorgt um damit unser Visum für Laos an der Grenze zu bezahlen. Am Abend schauten wir noch einen Tatort (machen wir immer wenn es die Internetgeschwindigkeit zulässt) und gingen voller Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen.

Ruinen per Rad

Von Bangkok aus fuhren wir in Richtung Norden nach Sukhothai, welches das erste große Machtzentrum der Thais war und dessen Ruinen heute UNESCO-Weltkulturerbe sind. Auf unserer Fahrt dorthin fiel uns wieder auf, wie sauber Thailand im Vergleich zu Lateinamerika ist und dass die Straßen überraschend gut sind. In Sukothai sind wir im ruhig gelegenen Sabai-Dee Guesthouse gelandet, wo wir ein schönes und großes Zimmer für nur 10 Euro bekommen haben. Am nächsten Morgen sind wir sehr früh aufgestanden, um schon bei Sonnenaufgang bei den Ruinen zu sein.  Aufgrund der hohen Bäume hat das mit dem Sonnenaufgang vor den Ruinen nicht so hingehauen wie gedacht und Uli musste leider auf sein perfektes Foto-Motiv verzichten. Aber die morgendliche Kühle und die Menschenleere waren sehr angenehm. Um die relativ großen Distanzen auf dem Komplex zurückzulegen, haben wir uns für 80 Cent ein Fahrrad gemietet, sind über die Anlage gestrampelt und haben uns auf den ausgesprochen fiesen Satteln den Po blau gefahren. Nachdem wir genug Tempel-Ruinen und Buddha-Statuen bewundert hatten (und wir haben bei weitem nicht alle gesehen) haben wir den Nachmittag im Garten mit der weiteren Reiseplanung verbracht. Da wir am folgenden Tag noch keine Lust hatten schon wieder den Ort zu wechseln, sind wir in ein kleines Einkaufszentrum gefahren um mal herauszufinden, was es in thailändischen großen Supermärkten so gibt. Hier haben wir uns mal wieder mit vernünftigen Zahnbürsten (juhuu, hier gibt’s die ultraweichen) und Nivea-Körpermilch (für Christina ja besonders wichtig) eingedeckt. Ironisch grinste uns auch die riesengroße Palette Nivea-Creme mit „Whitening effect“ an, die hier heiß begehrt zu sein scheint. Bei uns im deutschen Regal findet man Bräunungscremes, hier halt die Weißmach-Cremes. Den Nachmittag haben wir ruhig mit Essen und lesen verbracht und sind am darauffolgenden Tag weiter nach Chiang Mai gefahren.

Favourite Fettspieße

Mit unserem Nachtbus nach Bangkok hatten wir mal wieder etwas Pech, da wir die Sitze in der letzten Reihe bekommen haben. So hatten wir zwar den  VIP- Bus-Preis bezahlt, aber unsere Sitze ließen sich – im Gegensatz zu den Sitzen unserer Mitreisenden – nur leicht nach hinten klappen, so dass Liegen nicht drin war. Morgens um 5 Uhr erreichten wir Bangkok und der Bus hielt auch in der Nähe des Hotels, das wir uns herausgesucht hatten. Nach einigem Herumirren durch die noch dunklen Gassen erreichten wir irgendwann das Hotel und erfuhren, dass leider alle Zimmer ausgebucht waren. Wie ihr euch vorstellen könnt, waren wir todmüde und hatten eigentlich keine Lust mehr noch weiterzusuchen. Leider blieb uns aber nichts anderes übrig und wir nahmen ein Taxi zur Shanti Lodge, die uns von anderen Reisenden wärmstens empfohlen wurde. So erreichten wir etwa um 6.30 Uhr die Shanti Lodge und waren sofort angetan von der Gemütlichkeit, den ganzen Pflanzen und plätschernden Brunnen im Restaurant. Und wir hatten Glück, sie hatten ein Zimmer für uns frei (19 US$ fürs DZ mit Privatbad). Unseren ersten Tag in Bangkok verbrachten wir hauptsächlich mit Erledigungen. Wir besorgten einen neuen Reiseführer (Uli wollte gerne einen deutschen, damit er auch mal lesen kann), ein Busticket für die Weiterreise nach Norden und haben endlich mal unsere Palmbeach-Bungalow-Stinke-Klamotten richtig waschen lassen. Und wir selbst hatten auch eine ordentliche Wäsche nötig. Leider hatte unser Zimmer wie schon auf Koh Phayam auch keinen Spiegel, so dass die erschreckende Erkenntnis zum Zustand unseres Gesichts (Pickel, Haarbewuchs) erst einen Tag später am gut beleuchteten Spiegel eines Einkaufszentrums kam. Wir kamen auch an einem Lebensmittel-Markt vorbei, der alle Fürchterlichkeiten lateinamerikanischer Märkte getoppt hat. Wir dachten ja wir hätten so Einiges gerochen und gesehen, aber die Gerüche an den Fischständen und die Wannen und Säcke voll mit sich windenden Fischen, Kröten, ahlen Krebsen und Schildkröten waren einfach grauenvoll. Wir haben dann den Markt fluchtartig verlassen, weil das für Christina erträgliche Maß an Ekel, Gestank und Skurrilität erreicht war.  Am zweiten Tag in Bangkok haben wir Madame Tussaud`s Wachsfigurenkabinett besucht, weil Christina noch nie dort war und es nur 10 Euro pro Person gekostet hat. Es hat überraschend viel Spaß gemacht die Berühmtheiten mal aus nächster Nähe zu sehen. Hierbei haben wir natürlich auch Ulis Oma besucht, die dort ausgestellt ist (Entschuldigung für den Insider). Danach haben wir noch an einem Straßengrill unsere Lieblings-Grill-Spieße (von uns liebevoll „Fettspieße“ genannt) gefunden und gleich 9 Stück verschlungen. Bei den Fettspießen handelt es sich um abwechselnd aufgespießte Fleisch- und Fettstücke, die anscheinend in einer Art Honig-Knoblauch-Soße mariniert sind und dann gegrillt werden. Am Nachmittag haben wir noch die Orchideen-Pracht auf einem Blumen- und Pflanzenmarkt bewundert (wo stellen Bangkoker diese ganzen Pflanzen hin?) und sind zum so genannten Wochenendmarkt gefahren, der enttäuschenderweise alles andere als authentisch war. In den Bereichen, die wir besucht haben (der Markt ist unendlich groß und hat bis zu 400.000 Besucher pro Wochenende) gab es nur Touri-Kram. Am nächsten Morgen frühstückten wir noch ein leckeres Paradise-Porridge (zu deutsch: Haferschleim), der mit Kokosmilch und frischen Bananen angemacht war. Lecker! Und dann reisten wir schon weiter mit dem Bus nach Sukhothai, doch diesmal fuhren wir tagsüber.

Bei Peter Pan zu Hause (oder: Katzen im Bus nach Burma)

Nach einem fast 12-stündigen Auto – Boot – Bus – Tuk-tuk – Bus – Taxi – Boot – Mototaxi-Trip, auf dem wir auch noch unseren teuer in Sydney erstandenen Lonely Planet-Reiseführer im Bus haben liegen lassen, erreichten wir die Palmbeach Bungalows an Koh Phayams Südküste. Über den verlorenen Reiseführer haben wir uns tierisch geärgert, da er so teuer war, nicht so leicht zu beschaffen ist und man viel mehr an seinen sieben Sachen hängt, da man ja sowieso nur ein paar Teile dabei hat. Und dann gerade der Reiseführer in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht und er die einzige immer vorhandene Hilfe ist, um den Weg durch diese Region zu finden. An der Bungalow-Anlage wurden wir gleich freundlich von Juppie, dem thailändischen Besitzer, der 10 Jahre in Deutschland gelebt hat, auf Deutsch begrüßt. Maik und Irina haben wir in ihrem Bungalow angetroffen und die Wiedersehensfreude war groß. Die Palmbeach Bungalows sind ein echtes Unikat. Der erste Eindruck gleicht einem „Ach du scheiße, wo sind wir denn hier gelandet“. Uli erinnert die „Anlage“ irgendwie an Peter Pan, Christina hat das Gefühl in einem Setzkasten zu wohnen. Alles ist selbst mehr provisorisch aus Holz zusammengeschustert. Und irgendwie erschlägt es einen ersteinmal, denn alles ist übermäßig dekoriert und zugestellt mit Sitzkissen, Bojen, Tauen, Muscheln, Tüchern, Korallenteilen, Netzen, Schnorchelzeug, Büchern, Hängematten, Seilen, Treibholz, Fähnchen, Teppichen, Landkarten, Weihnachts- und Silvesterdeko, allem möglichen Geklüngel und Dingen, die so ein Meer ebenso anspült. Überall finden sich Säcke, Bretter und Latten, Rohre, Schuhe und aus Plastikflaschen gebaute Dinge wie Beete und Lampenschirme. Ihr könnt es euch nicht vorstellen. Es gibt eine riesengroße Schaukel, die an einem Baum aufgehängt ist und als Plattform zum Essen oder Rumhängen für mehrere Leute dient und bei Flut über dem Wasser hängt. Und jeden Tag dudelt völlig selbstverständlich eine der drei vorhandenen CDs: Bob Marley, Nirvana und eine 70er-Jahre Mix-CD. Wir sind schon völlig Ohrwurm-geplagt („It never rains in Southern California“, gelle Maik?). Strom gibt es immer nur zwischen 18 und 22 Uhr und das mit vielen Wackelkontakten. Den Lichtschalter bedient man am Besten, indem man einfach die Kabel zum Abschalten etwas herauszieht zum Einschalten wieder etwas zurückschiebt. Und das, obwohl Juppie in Deutschland Elektriker gelernt hat ;-). Außerdem gibt es einen zahmen Adler, der mal hier auf dem Baum oder mal dort im Regal sitzt und niedliche Katzen, die wie verrückt maunzen wenn sie einen sehen. Und zwischendrin springen dann der liebenswerte, verhuschte Juppie mit seinem geilen Deutsch („Mein Gott, Walter“) und der schicken Frisur, die immer von einer Baseballkappe verdeckt wird, und der freundliche aber eher wortkarge Master Pon, der aussieht wie ein asiatischer Pirat aus „Fluch der Karibik“, herum. Diese Bugalow-Anlage erscheint wie eine Parodie auf etwas, von dem wir dachten es gäbe es gar nicht (mehr). Abends haben wir uns dann zum ersten Mal von Juppies Kochkünsten, die uns Irina und Maik ja schon angepriesen hatten, überzeugt. Es schmeckt vorzüglich und wir haben uns während unserer ganzen Zeit hier fast immer von Juppie bekochen lassen. Mit unserem Bungalow selbst hatten wir viel Glück, wir haben nämlich einen ganz neu gebauten abbekommen. Wir müssen ihn zwar mit großen Dschungel-Spinnen (direkt hinter den Bungalows beginnt der Regenwald), Fröschen und Geckos teilen, aber dafür kostet er nur 8 Euro pro Tag. Und wir sind direkt vorne am Meer und können bei Meeresrauschen einschlafen! Unsere Tage haben wir mit Schwimmen, Quatschen, Lesen, Karten spielen, Sonnen, Essen und Massage gefüllt und irgendwie geht die Zeit auch selbst dann schnell herum, wenn man eigentlich nichts zu tun hat. Wir haben sogar zwei häusliche Aufgaben: Bungalow fegen und Wäsche waschen. Das Meer hier ist klar und sauber und der Strand ist ebenfalls ein Traum. Je nach Laune können wir entscheiden, ob wir nach links am Regenwald entlang schwimmen wollen, oder nach rechts am Strand entlang. Heiligabend konnten wir noch zusammen mit Maik und Irina feiern, die leider am nächsten Tag abgereist sind, um nach 15 Monaten Reisen endlich Heimzufliegen. Und Juppie hatte für Heiligabend ein leckeres Thai-Buffet kredenzt. Und das nur für gut 4 Euro! An Christinas Geburtstag hatten wir einen Roller gemietet, sind über die Insel gefahren und haben uns den frischen Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Auf der Insel gibt es keine Autos und die „Straßen“ sind oft gerade so breit, dass zwei Roller aneinander vorbeipassen. Schlaglöcher, Hubbel, Hühner und Hunde machen das Fahren zu einem kleinen Abenteuer. Bei diesem Ausflug sind wir auch an der Buffalo Bay vorbeigekommen, die uns bei Flut sehr gut gefallen hat. Ein perfektes Postkartenmotiv, nur leider geht hier das Wasser bei Ebbe sehr weit zurück. Abends bekam Christina von Juppie sogar noch einen Pfannkuchen mit frischem Obst und Kerzen geschenkt und alle haben ihr ein Geburtstagsständchen gesungen. An Silvester gab es wieder ein leckeres Buffet und der Abend war nett und gesellig, doch leider brachen unsere „Mitbewohner“ irgendwann auf, um in eine Bar in die nächste Bucht zu fahren. Da wir keinen Roller hatten fiel das für uns aus und wir erlebten den Jahreswechsel besinnlich zu zweit am Strand, wo wir uns das Feuerwerk und die chinesischen Laternen anschauen konnten, die aufs Meer hinaus geflogen sind. Es sah traumhaft schön aus. Davon inspiriert haben wir uns selber noch diese Laternen besorgt und sie am 2. Januar zusammen mit unseren Wünschen für 2013 am Strand steigen lassen. An den letzten beiden Tagen auf Koh Phayam haben wir außerdem noch das „Body Surfen“ für uns entdeckt. Es gab tolle, große Wellen (ein echtes Paradies für Surfer) und das „Surfen“ hat daher megaviel Spaß gemacht. Wir haben Stunden im Wasser verbracht und versucht, die perfekte Welle zu erwischen. Hallo Muskelkater. Nach 18 Tagen Erholung haben wir Koh Phayam verlassen und zunächst einen so genannten Visa Run nach Birma gemacht, da unser 4-wöchiges Thailand-Visum schon abgelaufen ist. Die Zeit vergeht wie im Flug. Visarun bedeutet, dass man kurz nach Birma einreist, um dort seinen Pass stempeln zu lassen und dann fährt man sofort wieder zurück nach Thailand und reist dort wieder ein. So erhält man erneut eine Aufenthaltserlaubnis für 14 Tage. Wir sind also mit dem Boot etwa 30 Minuten von der Stinke-Stadt Ranong in Thailand (Fisch Fisch Fisch überall; das Problem ist, dass die Fischabfälle und -Abwasser in der Hitze vor sich hinrotten, Christina war wirklich kurz vorm Kötzchen) rüber nach Birma. Unsere 10 Minuten in Birma haben uns gut gefallen, weil die Menschen sich alle über ausländischen Besuch zu freuen scheinen. Viele haben uns gegrüßt und die sogar die Kinder waren mutig und/oder neugierig genug, um uns mit ihren 5 Worten Englisch anzusprechen. So gut aufgenommen haben wir uns noch nie irgendwo gefühlt. Abends haben wir dann den Nachtbus von Ranong nach Bangkok genommen, um von dort aus in den Norden Thailands zu starten.

Frohe Weihnachten !!!

Wir senden euch viele Weihnachtsgrüße von Koh Phayam und wünschen euch allen ein frohes Fest und gemütliche Feiertage. Wir sehnen uns jetzt an Weihnachten natürlich besonders nach zu Hause und denken wehmütig an das Familienfest mit allem drum und dran, das uns hier leider entgeht.
Immerhin fühlen uns hier in den Palmbeach-Bungalows sehr wohl. Das Essen ist tatsächlich hervorragend und alles hat Dank Maik, Irina und Juppie, dem herzlichen thailändischen Besitzer, der auch 10 Jahre in Deutschland gelebt hat, eine heimelige Atmosphäre. Ob bei 30°C, Strand und Meeresrauschen Weihnachtsstimmung aufkommen wird wissen wir noch nicht, aber immerhin kredenzt Juppie uns ein leckeres Weihnachtsbuffet und Weihnachtsmusik haben wir auch.
Also, frohe Weihnachten wünschen euch Uli und Christina

Urlaub vom Reisen

Abends fuhren wir mit dem Nachtzug von Bangkok nach Chumphorn, um dort in auf den Katamaran nach Koh Phangan umzusteigen. Die Nacht im Zug war mal wieder schrecklich, da wir irgendwie versuchen mussten bei kühler Klimaanlagenluft und auf normalen Sitzen zu schlafen – was uns trotz der vielen Übung nur mäßig gelang. Morgens fiel uns dann noch auf, dass unsere Katamaran-Tickets für 60 Dollar verschwunden waren und wir gehen davon aus, dass sie aus Ulis Tasche herausgeschaut haben und sich jemand bedient hat. Ziemlich mies gelaunt und müde erreichten wir am Mittag die Shambala-Bungalows auf Koh Phangan (28 Dollar pro Tag), wo wir endlich was Leckeres essen konnten – und das mit Meerblick. Die Bungalows und die Anlage selbst sind sehr gemütlich und sauber und die verlorenen Tickets waren dann schnell vergessen. Wir waren froh, dass wir endlich mal die Seele für ein paar Tage baumeln lassen können. Die einzigen Mankos waren das relativ dreckige Wasser – wahrscheinlich durch die Nähe zum Hauptort der Insel bedingt-, auf dem ziemlich viel Schaum und immer mal wieder etwas Müll schwamm und die nervigen Renovierungsarbeiten an den leerstehenden Bungalows, die mit einer überraschend-erschreckenden Selbstverständlichkeit durchgeführt wurden. Unsere Tage füllten wir mit Ausschlafen, Essen, Schwimmen, Lesen, Tatort schauen (yeah, es gab sogar Internet IM Bungalow!), Massage und Rollerfahrten (Miete Roller pro Tag 5 Euro!) ins Dorf, um dort auf dem Markt günstig Abend zu essen. Die Sate-Spieße und die Frucht-Shakes hier waren superlecker! Das Wetter war trotz Regenzeit recht gut, nur einen Tag hatten wir mit dem Monsun zu kämpfen. Solche Tage eignen sich dann hervorragend zum Lesen auf dem Balkon mit Meerblick.  Nach 5 Nächten hieß es schon wieder Abschied nehmen, da wir mit Maik und Irina, die wir in Panama kennengelernt hatten, auf Koh Phayam vor Thailands Westküste verabredet waren. Die beiden hatten uns hier netterweise einen Bungalow für 10 Dollar pro Nacht reserviert und unser Problem mit der Angst vor der überteuerten und überlaufenen Weihnachts-Unterkunft war gelöst. Wir haben uns auf die beiden sehr gefreut und generell ist es auch toll endlich mal jemanden zu treffen den man schon kennt, da einem auf einer solchen Reise natürlich die Kontakte zu vertrauten Menschen komplett fehlen. Man trifft unheimlich viele Leute, aber immer nur für ein paar Stunde oder wenige Tage und somit ist man zwar immer in Gesellschaft, aber eben immer unter Fremden.  Voller Vorfreude auf Maik und Irina und das von ihnen angekündigte gute Essen und die Geschichten ihrer Weltreise ging es also morgens um 5 Uhr los in Richtung Koh Phayam.

Liebe zum Detail

Da unser Hotel direkt am Fluss liegt, sind wir mit dem Boot (hier öffentl. Verkehrsmittel) zu den beiden am Fluss liegenden Tempeln Wat Pho und Wat Phra Kaew gefahren. Anfangs hatten wir Glück mit dem Wetter, denn es war bewölkt und daher etwas erträglicher. Zuerst haben wir uns Wat Pho angeschaut und die vielen reich verzierten Gebäude mit den bunten, geschwungenen Dächern bewundert. Wir waren wirklich überrascht, wie imposant die Gebäude hier sind; das war uns vorher gar nicht klar. Die Masse an Verzierungen erschlägt einen so sehr, dass es erst auffällt, wenn man wirklich im Detail hinschaut. Das müsst ihr euch auf den Fotos mal genauer ansehen. Teilweise sind ganze Gebäude mit winzigen Mosaiksteinen bedeckt. Überall blinkt und blitzt es und die goldenen Statuen und Hauswände leuchten in der Sonne. Überall stehen wirklich unheimliche Statuen mit verzerrten, tierartigen Gesichtern oder Körperteilen, andernorts befinden sich reihenweise vergoldete Buddha-Statuen. Und zwischendurch trifft man immer wieder auf die in gelbe Kutten gekleideten, hageren, kahlgeschorenen buddhistischen Mönche. Leider war es uns zu heiß, um uns mit einem Führer durch die zahllosen Gebäude des riesigen Komplexes „zu arbeiten“ und uns alles erklären zu lassen. Hier kam noch erschwerend hinzu, dass man generell auf den Tempelanlagen lange Kleidung tragen muss, was das Ganze noch unerträglicher macht. Uli hat natürlich wieder alles auf Fotos eingefangen, doch leider können wir nicht viel zu Bedeutung oder Wissenswertem der Gebäude sagen. Wir haben geschwitzt wie die Schweinchen und mussten uns zwischendrin immer wieder lethargisch ausruhen. Morgens um 10 Uhr waren wir also schon völlig erschlagen von der Hitze, doch wir sind tapfer weitergegangen zum benachbarten Wat Phra Kaew, weil es dort einen kleinen sehenswerten Jade-Buddha und auch viele tolle Gebäude geben soll. Wir gingen wieder zwischen den vielen, fremdartigen und bunten Gebäuden hindurch und wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen. Außerdem gibt es meterlange Wandmalereien zu sehen, die überfüllt waren mit Details, und unheimliche Szenen von Kriegen zwischen affenartigen oder mehrköpfigen Wesen mit Menschen und Göttern darstellen. Irgendwann brauchen wir wirklich mal einen Führer, der uns über die thailändische buddhistische Sagenwelt aufklärt und das Rätsel zur Bedeutung dieser ganzen Bilder auflöst. Es war wirklich sehr interessant, über die Bedeutung zu grübeln, aber ohne Vorkenntnisse wird man daraus wirklich nicht schlau. Des Weiteren waren wir noch im Wat Traimit, wo sich eine riesengroße, 5,5 Tonnen schwere Buddha-Statue befindet, die mehr als drei Meter hoch ist und aus purem Gold besteht.